Valve
Software - US - 330 Mitarbeitende - gewinnorientiert
- J. Information and communication
- USA
201-500
Profit
Teal Praktiken
Valve ist ein führender Entwickler und Vertreiber von Videospielen. Einmal im Jahr führt eine zuvor bestimmte und jährlich wechselnde Gruppe von Mitarbeitenden Interviews mit allen im Unternehmen. Sie bittet jeden Einzelnen um Rückmeldungen zu jeder anderen Person, mit der er oder sie im vorangegangenen Jahr zusammengearbeitet hat. Diese Informationen werden in erster Linie für konstruktives Feedback verwendet. Die Mitarbeitenden sind aufgefordert, jedes Mitglied der eigenen Projekt- bzw. Produktgruppe entlang der folgenden vier Kriterien in einem Ranking zu bewerten:
- Kenntnisstand / technische Fähigkeiten
- Produktivität / Output
- Beitrag zur Gruppenleistung
- Beitrag zum Produkt.
Jede dieser Kennzahlen wird bei der Erstellung einer Rangliste („Stack Ranking“) aller Mitarbeitenden einer bestimmten Gruppe gleich gewichtet. Sobald die gruppeninterne Rangliste erstellt ist, werden die Informationen für das Unternehmen als Ganzes zusammengefasst und zur Gehaltsfindung verwendet. Das System basiert auf der Überzeugung, dass diese vier Kennzahlen für die Bestimmung der „richtigen“ Vergütung am besten geeignet sind und dass sie wiederum am besten durch einen Bewertungsprozess unter Gleichrangigen ermittelt werden können. Das Unternehmen ist überzeugt, dass dieser Ablauf angesichts der flachen Organisationsstruktur weniger anfällig für Verzerrungen ist.[1]
Valve ist ein führender Entwickler und Vertreiber von Videospielen. Im Mitarbeiterhandbuch heißt es: „Wenn man intelligenten, talentierten Menschen die Freiheit gibt, ohne Angst vor dem Scheitern etwas zu schaffen, geschehen erstaunliche Dinge."[2]
Bei Valve wird den Menschen nicht gesagt, was sie zu tun haben. Es wird vielmehr erwartet, dass sie an dem arbeiten, was in ihren Augen den größten Wertbeitrag für das Unternehmen bringt. Valve räumt ein, dass „die Entscheidung, woran man arbeiten soll, der schwierigste Teil des Jobs sein kann" und rät den Mitarbeitenden, sich zu fragen: „Was ist bei all den laufenden Projekten die wertvollste Sache, an der ich arbeiten kann?" und „Was ist interessant? Was lohnt sich? Wo kann ich meine individuellen Stärken am besten einbringen?"
Daher wird die meiste Arbeit bei Valve in selbstorganisierten, zeitlich begrenzten, multidisziplinären Projektteams (Cliquen) geleistet. Sie bilden sich organisch, wenn Menschen sich zum Gruppenbeitritt entscheiden, weil sie glauben, dass die Arbeit der Gruppe wichtig genug ist, um ihre Fähigkeiten einzubringen. Oft übernimmt jemand die Projektleitung. Diese Rolle besteht jedoch nicht darin, das Team im herkömmlichen Sinne zu leiten, sondern vielmehr als eine Art Informationsvermittlungsstelle zu fungieren. Da die Leitung das gesamte Projekt kennt, kann sie den Teammitgliedern als Ressource für die Überprüfung von Entscheidungen dienen.[3]